Mid-Year Hiring Trends 2026: Wo der Personalbedarf in Telekommunikation und Energie wächst

Wo der Personalbedarf wächst, welche Skills gefragt sind und worauf es in der zweiten Jahreshälfte 2026 ankommt.
Der Markt ist nicht unmöglich. Aber er verzeiht weniger Fehler. Wer früh plant, klar entscheidet und professionell kommuniziert, hat die besten Chancen auf gefragte Spezialisten.
Kathrin Barnes
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Business Support & Marketing Manager
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Welche Recruiting-Trends prägen Telekommunikation und Energie zur Jahresmitte 2026?

Der Markt wird selektiver und stärker auf die Projektumsetzung ausgerichtet

Die Personalnachfrage in Telekommunikation und Energie wird selektiver, bleibt rund um kritische Infrastruktur jedoch stabil. Unternehmen priorisieren Fachkräfte, die finanzierte Projekte von der Planung in die Umsetzung führen können – insbesondere in Glasfaser, Stromnetzen, erneuerbaren Energien und Netzmodernisierung. Projekterfahrung, Compliance-Kenntnisse und unmittelbar einsetzbare Fähigkeiten gewinnen deutlich an Bedeutung.

Ein Arbeitsmarkt mit zwei unterschiedlichen Geschwindigkeiten

Die allgemeine Konjunktur sorgt weiterhin für Vorsicht. Laut Bundesagentur für Arbeit blieb der Arbeitsmarkt auch im Juni 2026 verhalten. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zeigte zuletzt eine leichte Abwärtstendenz und die gemeldete Nachfrage nach Arbeitskräften blieb niedrig.

Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Branchen und Berufsgruppen gleichermaßen betroffen sind.

Ein Arbeitsmarkt mit zwei unterschiedlichen Geschwindigkeiten

Die allgemeine Konjunktur sorgt weiterhin für Vorsicht. Laut Bundesagentur für Arbeit blieb der Arbeitsmarkt auch im Juni 2026 verhalten. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zeigte zuletzt eine leichte Abwärtstendenz und die gemeldete Nachfrage nach Arbeitskräften blieb niedrig. Bundesagentur für Arbeit – Arbeitsmarkt im Juni 2026

Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Branchen und Berufsgruppen gleichermaßen betroffen sind.

Unternehmen, deren Projekte noch nicht vollständig finanziert, genehmigt oder terminiert sind, verschieben teilweise ihre Personalentscheidungen. Gleichzeitig können Betreiber, Netzbetreiber, Generalunternehmer und Technologieanbieter bei umsetzungsbereiten Infrastrukturprojekten nicht beliebig lange warten.

Sobald ein Projekt in die Planungs-, Bau- oder Inbetriebnahmephase wechselt, werden bestimmte Skills unmittelbar benötigt. Das führt zu einem Markt, in dem allgemeine Stellennachfrage zurückgeht, spezialisierte Profile aber weiterhin schwer zu finden sind.

Telekommunikation: Investitionen bleiben auf Infrastruktur ausgerichtet

Die deutsche Telekommunikationsbranche investierte 2025 rund 15,3 Milliarden Euro in Sachanlagen. Die Schwerpunkte lagen weiterhin auf dem Ausbau von Glasfaser- und Mobilfunkinfrastruktur.

Gleichzeitig stieg die Zahl der aktiven FTTH- und FTTB-Anschlüsse innerhalb eines Jahres von 5,3 auf 6,4 Millionen. Für 2026 prognostiziert Bitkom zudem einen Anstieg der Investitionen in Telekommunikationsinfrastruktur um 4,6 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro. Bundesnetzagentur – Jahresbericht Telekommunikation 2025, Bitkom – Marktprognose 2026

Für den Arbeitsmarkt bedeutet das: Der Glasfaserausbau ist nicht abgeschlossen, verändert aber seinen Charakter.

Neben klassischer Ausbauplanung gewinnen Netzaktivierung, Inhouse-Verkabelung, Qualitätssicherung, Dokumentation, Kundenmigration und wirtschaftlicher Netzbetrieb an Bedeutung. Das Regulierungskonzept der Bundesnetzagentur zur Kupfer-Glas-Migration unterstreicht, dass der Übergang zu flächendeckenden Glasfasernetzen zu einem langfristigen und strukturierten Prozess wird. Bundesnetzagentur – Regulierungskonzept zur Kupfer-Glas-Migration

Besonders relevant bleiben Fachkräfte in den Bereichen:

  • Glasfaser- und Netzplanung
  • Rollout- und Projektmanagement
  • Bauleitung und Site Management
  • Netzaktivierung und Inbetriebnahme
  • Qualitätssicherung und Dokumentation
  • Genehmigungsmanagement
  • Mobile Infrastruktur und private Netze

Energie: Der Schwerpunkt verlagert sich von Genehmigung zu Umsetzung

Im Energiesektor sorgen der Ausbau der Stromnetze, erneuerbare Energien, Speicherlösungen und neue Wasserstoffinfrastruktur für langfristigen Personalbedarf.

Im Jahr 2025 genehmigte die Bundesnetzagentur rund 2.000 Kilometer Stromleitungen - etwa 45 Prozent mehr als im Vorjahr. Für rund 4.700 Kilometer waren die Genehmigungsverfahren Ende 2025 abgeschlossen. Dazu gehören die großen Nord-Süd-Verbindungen A-Nord, Ultranet, SuedLink und SuedOstLink. Bei vielen Vorhaben steht damit der Baubeginn bevor oder die Umsetzung läuft bereits. Bundesnetzagentur – Fortschritte beim Stromnetzausbau

Der aktuelle Netzentwicklungsplan zeigt, dass der Bedarf langfristig bestehen bleibt. Von 159 vorgeschlagenen Ausbaumaßnahmen für das Übertragungsnetz bewertet die Bundesnetzagentur derzeit 118 als grundsätzlich bestätigungsfähig. Zusätzlich sieht der Entwurf bis 2037 bis zu acht weitere Offshore-Anbindungssysteme vor. Bundesnetzagentur – Netzentwicklungsplan Strom

Das schafft Chancen in Bereichen wie:

  • Hoch- und Höchstspannung
  • Übertragungs- und Verteilnetze
  • Umspannwerke und Netzanschlüsse
  • Onshore- und Offshore-Wind
  • Solar- und Speicherprojekte
  • Wasserstoffinfrastruktur
  • Engineering, Construction und Commissioning
  • HSE, QA/QC und regulatorische Compliance

Die sechs wichtigsten Hiring Trends zur Jahresmitte 2026

1. Einstellungen werden stärker an konkrete Projekte gekoppelt

Unternehmen genehmigen neue Positionen zunehmend dann, wenn Projektbudgets, Zeitpläne und Lieferumfänge klar definiert sind. Allgemeine Einstellungen auf Vorrat werden seltener.

Für die Personalplanung bedeutet das, dass Bedarf kurzfristiger entstehen kann. Arbeitgeber benötigen deshalb frühzeitig Zugang zu qualifizierten Talentpools, auch wenn die endgültige Freigabe einer Position noch aussteht.

2. Umsetzungserfahrung wird wichtiger

Arbeitgeber suchen nicht nur fachliche Qualifikationen. Sie wollen wissen, ob ein Kandidat vergleichbare Projekte bereits durch eine relevante Phase geführt hat.

Besonders wertvoll sind nachweisbare Erfahrungen mit:

  • Projektstart und Mobilisierung
  • Bauüberwachung
  • Lieferantensteuerung
  • Inbetriebnahme
  • Übergabe und Dokumentation
  • Arbeiten in regulierten Projektumgebungen

3. Fachkräfte müssen schneller produktiv werden

Wenn Einstellungen näher am tatsächlichen Projektstart erfolgen, verkürzt sich die verfügbare Einarbeitungszeit.

Kenntnisse relevanter Technologien, Standards, Kundengruppen und regulatorischer Anforderungen werden dadurch wichtiger. Kandidaten, die einen unmittelbaren operativen Beitrag leisten können, erhalten einen klaren Vorteil.

4. Kompetenzbasierte Suche ergänzt klassische Jobtitel

Viele der benötigten Fähigkeiten sind über verschiedene Branchen hinweg einsetzbar. Projektmanager, Elektroingenieure, Bauleiter, Commissioning Manager oder HSE-Spezialisten können relevante Erfahrung aus angrenzenden Infrastrukturmärkten mitbringen.

Eine zu enge Suche nach identischen Jobtiteln oder Sektorerfahrung kann deshalb geeignete Kandidaten ausschließen. Kompetenzbasiertes Recruiting erweitert den erreichbaren Talentpool.

5. Flexible Personalmodelle bleiben wichtig

Nicht jeder Bedarf rechtfertigt sofort eine dauerhafte Festanstellung. Zeitkritische Projektphasen erfordern häufig zusätzliche Kapazitäten oder Spezialwissen für einen klar definierten Zeitraum.

Unternehmen sollten früh prüfen, ob eine Festanstellung, ein Freelance-Modell oder eine rechtssichere Arbeitnehmerüberlassung die passende Lösung darstellt. Die Entscheidung muss zur Tätigkeit, Projektdauer und rechtlichen Situation passen.

6. Compliance wird Teil der Talentstrategie

Bei grenzüberschreitenden Projekten reicht es nicht, die fachlich beste Person zu identifizieren. Beschäftigungsstatus, Arbeitserlaubnis, Vertragsmodell, Einsatzort und lokale Vorschriften müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Wer diese Fragen erst nach der Kandidatenauswahl prüft, riskiert Verzögerungen genau dann, wenn das Projekt starten soll.

Was sollten Arbeitgeber jetzt tun?

Unternehmen sollten ihren Personalbedarf nicht ausschließlich anhand aktueller Vakanzen planen. Sinnvoller ist eine Betrachtung der kommenden Projektphasen.

Dazu gehören:

  1. Kritische Rollen frühzeitig identifizieren
  2. Benötigte Skills nach Projektphase definieren
  3. Verfügbarkeit und regionale Mobilität prüfen
  4. Das passende Beschäftigungsmodell festlegen
  5. Talentpools vor der finalen Projektfreigabe aufbauen
  6. Compliance und Onboarding in den Zeitplan integrieren

Ein spezialisierter Recruiting-Partner kann dabei helfen, realistische Verfügbarkeiten einzuschätzen, vergleichbare Projekterfahrung zu identifizieren und geeignete Fachkräfte rechtzeitig anzusprechen.

Was bedeutet der Markt für Kandidaten?

Kandidaten sollten ihren Lebenslauf nicht nur als Auflistung von Jobtiteln verstehen. Entscheidend ist, den konkreten Wert der eigenen Projekterfahrung sichtbar zu machen.

Ein aussagekräftiges Profil zeigt:

  • Art, Umfang und Standort der Projekte
  • Begleitete Projektphasen
  • Konkrete Aufgaben und Verantwortung
  • Verwendete Technologien und Standards
  • Erreichte Ergebnisse
  • Sprachkenntnisse und regionale Mobilität
  • Verfügbarkeit und gewünschtes Arbeitsmodell

Je klarer diese Informationen dargestellt werden, desto leichter können Recruiter und Arbeitgeber die Eignung für ein Projekt einschätzen.

Ausblick auf die zweite Jahreshälfte 2026

Der Markt für Fachkräfte in Telekommunikation und Energie bleibt anspruchsvoll. Unternehmen stellen genauer ein, Kandidaten prüfen Angebote bewusster und Projektfreigaben bestimmen zunehmend den Zeitpunkt neuer Einstellungen.

Die besten Chancen entstehen dort, wo langfristige Infrastrukturziele auf konkrete, finanzierte und genehmigte Projekte treffen. Dazu gehören insbesondere Stromnetze, erneuerbare Energien, Glasfaser, Netzmodernisierung und technisch komplexe Projektphasen.

Für Arbeitgeber wird es entscheidend sein, Personalbedarf früh zu erkennen, Entscheidungen effizient zu treffen und gleichzeitig alle Compliance-Anforderungen einzuhalten. Kandidaten profitieren davon, wenn sie ihre Projekterfahrung, ihre technischen Kompetenzen und ihren konkreten Beitrag klar darstellen.

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