Warum Telekommunikationsunternehmen schwer Fachkräfte finden

Gute Gehälter helfen – aber sie ersetzen keine klare Strategie
Wer gute Fachkräfte gewinnen möchte, muss mehr bieten als ein konkurrenzfähiges Gehalt.
John Harley
ÜBER DEN AUTOR
John
Harley
Sales Direktor
John Harley

Gute Gehälter waren im Telekommunikationsmarkt lange ein starkes Argument. Und natürlich spielen Vergütung, Tagessätze und attraktive Konditionen weiterhin eine wichtige Rolle.

Aber sie sind heute nicht mehr der einzige Entscheidungsfaktor.

Unternehmen, die aktuell Schwierigkeiten haben, erfahrene Telekommunikationsspezialisten zu gewinnen, machen häufig nicht zu wenig beim Gehalt. Das Problem liegt oft an anderer Stelle: in der Positionierung der Rolle, im Bewerbungsprozess, in der Kommunikation oder in der Qualität des Projekts selbst.

Der Markt hat sich verändert. Kandidaten vergleichen nicht mehr nur Angebote. Sie vergleichen Arbeitgeber, Projektstrukturen, Entscheidungswege, Flexibilität und langfristige Perspektiven.

Für Unternehmen bedeutet das: Wer gute Fachkräfte gewinnen möchte, muss mehr bieten als ein konkurrenzfähiges Gehalt.

Gehalt öffnet die Tür – entscheidet aber nicht allein

In spezialisierten Telekommunikationsprojekten ist Geld selten unwichtig. Erfahrene Fachkräfte kennen ihren Marktwert. Sie wissen, welche Fähigkeiten gefragt sind und welche Rollen schwer zu besetzen sind.

Trotzdem beobachten wir im Recruiting immer häufiger, dass Kandidaten ein Angebot nicht automatisch annehmen, nur weil das Gehalt stark ist.

Gerade erfahrene Fachkräfte fragen genauer nach:

Welche Art von Projekt ist es?
Wie klar sind die Aufgaben definiert?
Wie professionell ist der Auswahlprozess?
Wie schnell trifft das Unternehmen Entscheidungen?
Wie flexibel ist das Arbeitsmodell?
Wie stabil ist das Projekt langfristig?

Wenn diese Fragen nicht überzeugend beantwortet werden, reicht auch ein gutes Gehalt oft nicht aus.

Candidate Experience ist kein Nebenthema mehr

Viele Unternehmen unterschätzen, wie stark der Bewerbungsprozess die Entscheidung eines Kandidaten beeinflusst.

Ein langsamer, unklarer oder unpersönlicher Prozess kann dazu führen, dass gute Kandidaten abspringen, bevor überhaupt ein Angebot gemacht wurde. Besonders im Telekommunikationsmarkt, wo viele Fachkräfte parallel mehrere Gespräche führen oder bereits in laufenden Projekten eingebunden sind, zählt jedes Detail.

Candidate Experience bedeutet nicht, dass ein Prozess übertrieben aufwendig oder besonders modern sein muss. Es geht vor allem um Klarheit, Verlässlichkeit und Respekt.

Kandidaten möchten wissen:

Wie viele Gesprächsrunden gibt es?
Wer trifft die Entscheidung?
Welche Erwartungen gibt es an die Rolle?
Wann kann mit Feedback gerechnet werden?
Wie verbindlich ist das Projekt?

Wenn Unternehmen diese Punkte früh und transparent kommunizieren, schaffen sie Vertrauen. Und Vertrauen ist gerade bei spezialisierten Rollen oft entscheidend.

Geschwindigkeit bleibt ein Wettbewerbsfaktor

Ein weiterer Punkt, der in vielen Einstellungsprozessen unterschätzt wird, ist Geschwindigkeit.

Das bedeutet nicht, dass Unternehmen überstürzt entscheiden sollten. Gerade in technischen und projektkritischen Rollen muss die fachliche Passung stimmen. Aber lange Feedbackschleifen, unklare interne Abstimmungen oder verzögerte Freigaben führen schnell dazu, dass Kandidaten andere Möglichkeiten wahrnehmen.

Im Telekommunikationsmarkt sind viele gute Fachkräfte nicht aktiv auf Jobsuche. Sie sind häufig in Projekten gebunden, offen für Gespräche, aber nicht bereit, wochenlang auf Rückmeldungen zu warten.

Ein strukturierter Prozess mit klaren Zuständigkeiten ist deshalb ein echter Vorteil.

Unternehmen, die vor dem ersten Gespräch wissen, was sie brauchen, wer intern eingebunden werden muss und wie schnell Entscheidungen getroffen werden können, wirken professioneller und gewinnen häufiger das Vertrauen der Kandidaten.

Die Positionierung der Rolle macht einen Unterschied

Nicht jede Rolle verkauft sich allein über den Jobtitel.

Gerade im Telekommunikationsumfeld können ähnliche Titel sehr unterschiedliche Aufgaben bedeuten. Ein Project Manager kann je nach Unternehmen, Technologie, Region und Projektphase völlig verschiedene Verantwortlichkeiten haben. Dasselbe gilt für Network Engineers, Rollout Manager, Site Acquisition Specialists oder Fibre Deployment Experten.

Deshalb ist es wichtig, eine Rolle nicht nur administrativ zu beschreiben, sondern fachlich richtig zu positionieren.

Kandidaten möchten verstehen, warum die Rolle relevant ist. Sie wollen wissen, welchen Einfluss sie haben, welche Herausforderungen sie erwarten und wie das Projekt in den größeren Kontext passt.

Eine starke Rollenpositionierung beantwortet nicht nur die Frage: “Was muss die Person können?”

Sie beantwortet auch: “Warum sollte sich ein guter Kandidat dafür interessieren?”

Flexibilität und Projektqualität gewinnen an Bedeutung

Flexibilität ist im Telekommunikationsmarkt kein reines “Nice to have” mehr. Je nach Rolle, Projektphase und Standortanforderung ist nicht immer vollständiges Remote-Arbeiten möglich. Viele Infrastrukturprojekte brauchen Präsenz vor Ort.

Aber Kandidaten achten zunehmend darauf, wie sinnvoll Reisezeiten, Standortanforderungen und Arbeitsmodelle strukturiert sind.

Auch die Qualität des Projekts spielt eine immer größere Rolle. Erfahrene Fachkräfte prüfen, ob ein Projekt realistisch geplant ist, ob klare Verantwortlichkeiten bestehen und ob die Rahmenbedingungen professionell wirken.

Ein Kandidat entscheidet sich nicht nur für ein Unternehmen. Er entscheidet sich für ein Arbeitsumfeld, ein Projekt und eine Art der Zusammenarbeit.

Wenn ein Projekt schlecht erklärt wird oder intern unklar wirkt, kann das abschreckend sein – selbst bei guter Bezahlung.

Specialist Recruiting ist heute strategischer geworden

In einem engen Markt reicht es nicht aus, eine Stelle zu veröffentlichen und auf passende Bewerbungen zu warten.

Erfolgreiches Recruiting in der Telekommunikation beginnt früher. Es basiert auf Marktkenntnis, langfristigen Netzwerken, realistischer Beratung und einem guten Verständnis dafür, welche Kandidaten tatsächlich verfügbar sind.

Ein erfahrener Spezialist im Recruiting kann Unternehmen dabei helfen, Rollen richtig zu definieren, Erwartungen am Markt zu spiegeln und potenzielle Hürden früh zu erkennen.

Dazu gehört auch, offen zu sagen, wenn ein Prozess zu langsam ist, ein Gehalt nicht zur Marktlage passt oder eine Rolle am Markt nicht klar genug positioniert ist.

Gutes Recruiting ist nicht nur Vermittlung. Es ist Beratung.

Fazit: Gute Gehälter helfen – aber sie ersetzen keine klare Strategie

Unternehmen, die im Telekommunikationsmarkt erfolgreich einstellen wollen, brauchen mehr als ein starkes Vergütungspaket.

Sie brauchen klare Prozesse, realistische Anforderungen, eine überzeugende Rollenpositionierung und ein gutes Verständnis dafür, was Kandidaten heute wirklich bewegt.

Gehalt bleibt wichtig. Aber es ist nur ein Teil der Entscheidung.

Die Unternehmen, die Fachkräfte langfristig gewinnen, sind oft diejenigen, die klar kommunizieren, schnell und professionell handeln und ihre Chancen am Markt realistisch einschätzen.

Bei RIZE unterstützen wir Unternehmen dabei, genau diese Punkte zusammenzubringen: Marktverständnis, langfristige Talentnetzwerke, Compliance und spezialisierte Recruiting-Erfahrung im Telekommunikationsmarkt.

Wenn Ihr Unternehmen kommende Projekte vorbereitet oder Schwierigkeiten hat, passende Fachkräfte zu gewinnen, sprechen Sie mit unserem Team.

Geschrieben von
John
Harley
Sales Direktor
John Harley
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